
SPD fordert Fußwegeoffensive für das Siedlungsgebiet.
Die Antwort des Bezirksamtes auf eine Große Anfrage der SPD-Fraktion zur Verkehrssituation in der Greifswalder Straße bestätigt erstmals ausdrücklich, dass die bestehende Gehwegsituation nicht den Anforderungen einer komfortablen und barrierearmen Nutzung entspricht. Dies gilt insbesondere für mobilitätseingeschränkte Menschen, Familien mit Kinderwagen und andere vulnerable Verkehrsteilnehmende.
Konkrete Maßnahmen oder ein Zeitplan zur Verbesserung bleiben jedoch aus.
Dass das Bezirksamt die Probleme nun ausdrücklich anerkennt, ist ein erster Schritt. Es reicht aber nicht aus, den Zustand nur zu beschreiben, das ändert ja erstmal nichts. Wer Barrierefreiheit ernst nimmt, muss jetzt auch konkrete Lösungen entwickeln.
Gerade Familien mit Kinderwagen, ältere Menschen oder Rollstuhlnutzende müssen sich darauf verlassen können, Gehwege sicher und ohne Hindernisse nutzen zu können. Im Siedlungsgebiet erleben viele Anwohnende aber das Gegenteil: schmale Gehwege, Schlaglöcher und Stolperfallen, tiefe Pfützen und unübersichtliche Verkehrssituationen gehören vielerorts leider zum Alltag.
Dr. Luise Lehmann, AGH-Kandidatin der SPD für Mahlsdorf und Kaulsdorf-Süd
Die SPD sieht die Greifswalder Straße dabei nicht als Einzelfall. Sie ist ein Beispiel für strukturelle Defizite im gesamten Siedlungsgebiet von Mahlsdorf und Kaulsdorf.
Wer im Siedlungsgebiet zu Fuß unterwegs ist, merkt schnell, dass wir einen erheblichen Sanierungsstau bei unseren Gehwegen haben. Viele Wege sind schmal, uneben oder für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nur eingeschränkt nutzbar. Deshalb brauchen wir eine echte Fußwegeoffensive für das gesamte Siedlungsgebiet
Eike Arnold, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Marzahn-Hellersdorf.
Lehmann und Arnold fordern deshalb, die Verkehrssituation in der Greifswalder Straße erneut umfassend zu untersuchen und verschiedene Maßnahmen systematisch zu prüfen. Denkbar wären eine mögliche Einbahnstraßenregelung, Anpassungen der Parkordnung, Halteverbote an Engstellen, punktuelle Gehwegaufweitungen, zusätzliche Ausweichstellen sowie die Sanierung schadhafter Gehwegabschnitte.
Auch die Begründung des Bezirksamtes, wonach eine Einbahnstraßenregelung unter anderem wegen des öffentlichen Nahverkehrs nicht umsetzbar sei, wirft aus Sicht der SPD weitere Fragen auf und bedarf einer genaueren Erläuterung.
Die Menschen erwarten zu Recht, dass alle sinnvollen Möglichkeiten geprüft werden, um die Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit zu verbessern. Es geht nicht darum, einzelne Maßnahmen von vornherein festzulegen oder auszuschließen, sondern darum, nachvollziehbar zu untersuchen, welche Lösungen vor Ort tatsächlich funktionieren können
Dr. Luise Lehmann.
Ich kenne die Situation aus eigener täglicher Erfahrung. Wer mit Kindern unterwegs ist, mit Rollator oder Rollstuhl mobil ist oder einfach sicher zu Fuß durch das Siedlungsgebiet kommen möchte, stößt vielerorts auf erhebliche Einschränkungen. Das Siedlungsgebiet ist ein lebenswerter Wohnort – unsere Fußwege müssen diesem Anspruch endlich gerecht werden. Deshalb werden wir uns auf Bezirks- und Landesebene gemeinsam für eine umfassende Modernisierung und einen schrittweisen barrierefreien Ausbau der Gehwege einsetzen.
Wir werden das Thema sowohl in der Bezirksverordnetenversammlung als auch gegenüber den zuständigen Behörden weiterverfolgen und konkrete Verbesserungen einfordern.
Dr. Luise Lehmann abschließend: „Verkehrspolitik beginnt nicht auf der Fahrbahn, sondern auf dem Gehweg. Wer möchte, dass Kinder sicher zur Schule laufen, ältere Menschen selbstständig mobil bleiben und Familien ihren Alltag gut bewältigen können, muss endlich mehr in sichere und barrierefreie Fußwege investieren. Dafür werden wir uns mit Nachdruck einsetzen.“