Jan Lehmann vor dem Abgeordnetenhaus von Berlin

Mit dem Ausscheiden aus dem Abgeordnetenhaus von Berlin endet für mich mein Einsatz für die Menschen in Marzahn-Hellersdorf nicht. Ich werde mich künftig wieder stärker sportpolitischen Anliegen im Bezirk widmen und mein Engagement als Vorsitzender des Bezirkssportbundes Marzahn-Hellersdorf fortsetzen. Zugleich ziehe ich Bilanz über erreichte Fortschritte, offene Aufgaben und die Verantwortung, unsere Demokratie und den Zusammenhalt zu verteidigen.

Mein Engagement für die Menschen in unserem Bezirk hängt nicht an einem Mandat. Ich bleibe ansprechbar, ich bleibe engagiert – und ich mache weiter. Für gute Sportangebote, sichere Wege, eine starke Nachbarschaft und einen Bezirk, der in Berlin gehört wird.

Fortschritte für Sport, Mobilität und bürgernahe Verwaltung

Seit 2021 vertrat ich Kaulsdorf und Hellersdorf im Abgeordnetenhaus von Berlin. In dieser Zeit setzte ich mich besonders für die Interessen der östlichen Außenbezirke ein: für gute Angebote für Kinder und Familien, sichere Mobilität, wohnortnahe Infrastruktur sowie eine moderne und bürgernahe Verwaltung.

Ein Schwerpunkt war der Einsatz für ein Kombibad in Marzahn-Hellersdorf. Dass das Vorhaben am Jelena-Šantić-Friedenspark als Bauprojekt aufgenommen wurde, ist aus meiner Sicht ein wichtiger Schritt. Mein Anspruch bleibt ein Bad, das Schulen, Familien, Freizeit- und Vereinssport gleichermaßen gerecht wird. Deshalb setzte ich mich bis zuletzt für ein 50-Meter-Becken ein.

Ein solches Bad wäre ein Gewinn für den gesamten Bezirk. Es schafft Bewegungsangebote für Kinder und Familien, stärkt den Vereinssport und gibt dem Schwimmsport vor Ort eine Perspektive.

Auch beim seit Langem geforderten südlichen Zugang zum S-Bahnhof Kaulsdorf wurde eine wichtige Etappe erreicht: Der Senat beauftragte die Deutsche Bahn mit dem Bau eines barrierefreien Zugangs in Richtung Wilhelmsmühlenweg. Damit ist das Vorhaben auf den Weg gebracht. Bis der Zugang nutzbar ist, bleibt jedoch Geduld erforderlich.

Ein sichtbarer Fortschritt für den Bezirk ist zudem das neue Bürgeramt in Hellersdorf. Gerade in einem großen Außenbezirk sind kurze Wege und ein verlässlicher Zugang zu Verwaltungsleistungen entscheidend. Eine gute Verwaltung zeigt sich dort, wo Menschen zeitnah einen Termin bekommen, ihre Anliegen klären können und nicht von Stelle zu Stelle geschickt werden.

Bei der Schulwegsicherheit wurde mit dem vorgesehenen Fußgängerüberweg an der Brodauer Straße ein konkreter Fortschritt erreicht. Der Übergang in Höhe der Adolfstraße soll den Weg zur Franz-Carl-Achard-Grundschule sicherer machen. Zugleich bleibt die Sanierung weiterer Fußwege und Querungen im Umfeld notwendig.

Für die dauerhafte Sicherung der Seilbahn und ihre stärkere Einbindung in den öffentlichen Nahverkehr setzte ich mich ebenfalls ein. Das stärkt die Anbindung der Gärten der Welt, des Kienbergs und der Wuhletal-Region – und macht ein wichtiges Angebot im Bezirk langfristig verlässlicher.

Offene Aufgaben müssen jetzt angepackt werden

Zu einer ehrlichen Bilanz gehört für mich auch: Nicht alle wichtigen Vorhaben konnten in meiner Zeit im Parlament abgeschlossen werden.

Dazu zählt vor allem eine sichere Lösung für den Übergang am sogenannten Kaulsdorfer Galgen. Wer dort zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, erlebt täglich enge Wege, fehlende sichere Radführungen und die unmittelbare Nähe zum motorisierten Verkehr.

Der Galgen ist für viele Menschen Teil ihres Alltagswegs. Kinder, ältere Menschen, Familien mit Kinderwagen und Radfahrende müssen dort sicher unterwegs sein können. Dafür braucht es endlich eine Lösung, die ihrem Namen gerecht wird.

Auch der Ausbau sicherer und durchgängiger Fuß- und Radwege bleibt eine zentrale Aufgabe. Sichere Mobilität darf nicht an den Grenzen der Innenstadt enden. Gerade in einem weitläufigen Bezirk wie Marzahn-Hellersdorf sind gute Wege entscheidend – für den Schulweg, für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Sportverein.

Weiterer Handlungsbedarf besteht bei der Entwicklung des Gebiets am ehemaligen Kaulsdorfer Güterbahnhof. Das Areal bietet die Chance, einen wichtigen Bereich des Ortsteils sinnvoll weiterzuentwickeln. Dafür braucht es ein tragfähiges Konzept, eine frühzeitige Beteiligung der Anwohnerschaft und eine Infrastruktur, die von Beginn an mitgeplant wird.

Die Menschen im Bezirk erwarten zu Recht nicht nur Ankündigungen, sondern sichtbare Fortschritte. Der sichere Übergang am Galgen, bessere Fuß- und Radwege und die Entwicklung des Güterbahnhofsgeländes müssen jetzt entschlossen angepackt werden.

Dank für Vertrauen und konstruktives Miteinander

Ich danke den Bürgerinnen und Bürgern im Bezirk für Vertrauen, Kritik und Unterstützung. Mein Dank gilt ebenso den Sportvereinen, Schulen, sozialen Trägern, Gewerbetreibenden, Initiativen, ehrenamtlich Engagierten sowie den Beschäftigten der Verwaltung.

Ich habe in den vergangenen Jahren erlebt, wie viel möglich ist, wenn Menschen trotz unterschiedlicher Meinungen miteinander sprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Dieses breite, konstruktive Miteinander ist eine große Stärke von Marzahn-Hellersdorf. Es verdient Schutz und Unterstützung,

Flagge zeigen für Demokratie und Zusammenhalt

Mit Sorge blicke ich auf die zunehmenden extremistischen Tendenzen in Stadt und Land. Extremismus schadet dem demokratischen Zusammenleben, schürt Misstrauen und erschwert die Suche nach gemeinsamen Lösungen.

Besonders leiden darunter diejenigen, die auf Solidarität, soziale Sicherheit und einen handlungsfähigen Staat angewiesen sind: arbeitende Menschen, Familien mit kleinen Einkommen, sozial Schwächere sowie unsere Kinder und Jugendlichen. Extremismus nimmt ihnen Chancen und gefährdet ihre Zukunft. Deshalb müssen wir klar Flagge zeigen – für Demokratie, Respekt, soziale Gerechtigkeit und ein friedliches Zusammenleben.

Engagement geht weiter

Als Vorsitzender des Bezirkssportbundes Marzahn-Hellersdorf werde ich künftig wieder stärker mit Vereinen, Schulen und Engagierten vor Ort arbeiten. Im Mittelpunkt stehen gute Sportstätten, verlässliche Rahmenbedingungen für das Ehrenamt und Angebote, die Kindern und Jugendlichen unabhängig vom Einkommen offenstehen. Nicht zuletzt werde ich mich weiter für einen Friedenslauf einsetzen, der die lange Lauftradition des Bezirks einmal fortsetzen soll, zum Beispiel als Lauf zu den drei Marzahn-Hellersdorfern Bergen. Ein Mandat endet. Die Verantwortung für den Bezirk und die Menschen, die hier leben, bleibt. Für meine Nachbarschaft setze ich mich weiter ein.