
Nadelöhr soll zur Schlagader des Standorts werden: Straße „Zur Alten Börse“ jetzt ertüchtigen
Der CleanTech Business Park steht oft im Fokus, wenn über die wirtschaftliche Zukunft von Marzahn-Hellersdorf gesprochen wird. Doch im Bezirk liegt mit dem Gewerbepark an der Alten Börse ein bereits gewachsener Standort, an dem Dutzende Unternehmen arbeiten und schon jetzt 500 bis 600 Arbeitsplätze hängen. Gleichzeitig ist die zentrale Zufahrt, die Straße „Zur Alten Börse“, als Sackgasse mit über 100 Jahre altem Kopfsteinpflaster in einem schlechten Zustand. Das verursacht unnötigen Lärm und bremst die Entwicklung. Vereinzelt wird auch kolportiert, dass Fahrzeuge dort liegenbleiben.
Wir dürfen nicht nur über Zukunftsorte reden, wir müssen die gewachsenen Standorte endlich handfest stärken. Die Straße ist heute ein Nadelöhr. Sie muss zur Schlagader des Standorts werden – mit Asphalt statt Kopfsteinpflaster, mit Gehweg, Beleuchtung, Radweg und natürlich Straßenbegleitgrün.
Forderung: Ausbau mit Gehweg, Radweg, Licht und Grün
Es geht dabei um mehr, als um eine einzelne Straße. Es geht um Verkehrssicherheit und um einen funktionierenden Alltag: Beschäftigte im Frühverkehr, Auszubildende und Besucherinnen sowie Lieferverkehre brauchen sichere Wege. Gleichzeitig müsse der Liefer- und Lkw-Verkehr so gesteuert werden, dass Wohngebiete entlastet werden.
Potenziale nutzen: Flächen und Hallen weiterentwickeln
Der Standort bietet zudem Entwicklungschancen: freie Flächen, unbebaute Grundstücke und Hallen mit Ausbaupotenzial. Berlin braucht Platz für Handwerk, Produktion und mittelständische Betriebe – auch in den Außenbezirken. Aber ohne gute Erreichbarkeit und klare Planung bleibt Potenzial ungenutzt.
Einstimmiger Beschluss: Bebauungspläne abschließen, GRW-Mittel beantragen
Rückenwind kommt aus der Bezirksverordnetenversammlung: Der Ausschuss für Mobilität und Wirtschaft hat einstimmig beschlossen, das Bezirksamt zu ersuchen, die Bebauungsplanverfahren XXI-40a und XXI-40c möglichst schnell zum Abschluss zu bringen. Darauf aufbauend soll das Bezirksamt einen Antrag im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) beim Land Berlin stellen, um den Ausbau der Straße „Zur Alten Börse“ bis zum Merler Weg einschließlich einer bedarfsgerechten Straßenbeleuchtung zu finanzieren. Zudem soll sich das Bezirksamt für eine zeitnahe Planung und Umsetzung der Maßnahme einsetzen.
Das ist ein klarer Fahrplan: Planungsrecht schaffen, Förderung sichern, bauen. So stärken wir Verkehrssicherheit und Erreichbarkeit – und sichern einen wichtigen Wirtschaftsstandort im Bezirk.
Gute Nachbarschaft: Lärm senken, Regeln klären
Für eine tragfähige Entwicklung setzt Lehmann auf eine verlässliche Partnerschaft mit den Anwohnenden. Lärm soll sinken, Konflikte sollen vermieden werden. Ein maßvolles Anheben von Lärmkontingenten kann sinnvoll sein, wenn es klare Regeln und wirksamen Lärmschutz gibt. Gute Planung schafft Akzeptanz.
Eike Arnold, Vorsitzender des Mobilitäts- und Wirtschaftsausschusses in Marzahn-Hellersdorf, ergänzt: „Außenbezirke müssen gut angebunden sein – mit Straße und mit Schiene. Für die Alte Börse wie im gesamten Bezirk heißt das: ÖPNV verbessern, Radwege ausbauen, Fußwege dort bauen, wo sie fehlen, und dort ausbessern, wo sie kaputt sind. Und: Lkw raus aus Wohngebieten.“