Verfassungsschutzbericht 2025 Deckblatt

Extremismus in Berlin wird jünger, digitaler und in Teilen gewaltbereiter

Besonders alarmierend ist, dass extremistische Gruppen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gezielt dort ansprechen, wo sie sich täglich bewegen: auf TikTok, Instagram, YouTube, in Messenger-Diensten und digitalen Peer-Groups.

Es erweist sich als richtig, dass im neuen und am 1. September 2026 in Kraft tretenden Verfassungsschutzgesetz in Berlin auch die Altersgrenze von 14 Jahren für die Beobachtung wegfallen wird.

Wir dürfen nicht zulassen, dass soziale Medien für Kinder zum Einfallstor für Hass, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit, Rassismus, Islamismus oder Gewaltverherrlichung werden. Deshalb brauchen wir mehr Schutzräume im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Ein altersangemessenes Handyverbot an Berliner Schulen, insbesondere an Grundschulen, kann dabei ein sinnvoller Baustein sein.

Aber klar ist auch: Ein Handyverbot allein schützt kein Kind vor Radikalisierung. Entscheidend ist, dass die Erwachsenen im Umfeld der Kinder besser vorbereitet sind. Eltern, Lehrkräfte, Jugendsozialarbeit, Sportvereine und außerschulische Träger müssen wissen, wie digitale Radikalisierung funktioniert, welche Codes und Narrative verwendet werden und wann aus Provokation reale Gefahr wird.

Der Bericht macht deutlich: Prävention ist keine Randaufgabe der Sicherheitspolitik. Sie ist Bildungs-, Jugend- und Familienpolitik. Wir müssen Kinder stark machen, aber wir müssen vor allem die Erwachsenen befähigen, hinzusehen, einzuordnen und rechtzeitig zu handeln. Demokratie schützt man nicht erst, wenn Radikalisierung sichtbar geworden ist. Demokratie schützt man dort, wo junge Menschen Orientierung suchen. Genau dort muss Berlin jetzt stärker werden.